„KölnTriangle, Schokolade und der Dom“… der etwas andere Ausflug nach Köln

Gepostet von Hans-Jürgen Rohe, 05.03.2020 09:19:21

Der Ausgangspunkt des heutigen Ausfluges ist diesmal der Kölner Hauptbahnhof. Es steht eine kleine nahezu selbsterklärende Rundreise auf dem Programm, die uns zu einigen Highlights führt, die es wert sind, näher vorgestellt zu werden und natürlich alle barrierefrei sind.

Domblick

Wir verlassen den Hauptbahnhof am Hauptausgang, rollen über den Vorplatz und nutzen den rechts neben der Treppenanlage gelegenen Aufzug, um auf das Domplateau zu gelangen. Anschließend orientieren wir uns links und biegen vor dem Museum Ludwig in Richtung Hohenzollernbrücke ab.

Direkt am Brückenanfang fällt die außergewöhnliche Dekoration des Geländers ins Auge. Verliebte Paare haben dort im Laufe der Jahre tausende gravierte Vorhängeschlösser befestigt und werfen anschließend den Schlüssel in den Rhein, eine Tradition, die aller Wahrscheinlichkeit nach ihren Ursprung in Italien hat. Wie gut, dass sich die Stadt Köln trotz anfänglicher Bedenken entschlossen hat, den Schlösserbehang beizubehalten.

Hohenzollernbrücke 1

Im Laufe der Brückenüberquerung kommt bereits das „KölnTriangle“ ins Blickfeld, das erste Ziel des Städtetrips. Nach dem Verlassen der Brücke ist der weitere Weg ausgeschildert. Es besteht extra ein Eingang für Rollstuhlfahrer, der sich auf Tastendruck öffnen lässt. Auf dem Bürohaus befindet sich in über 100 m Höhe eine 360 ° Besucherplattform, die bequem mit zwei Liften erreichbar ist. 

Der Dom auf der HandKölner behaupten nicht zu Unrecht, dass man von dort einen phänomenalen Blick auf den Dom, die Stadt und das Umland hat. Hilfreich sind dabei auch die Hinweistafeln, die ausführliche Informationen zu den jeweiligen Blickrichtungen bieten. Sehr gut empfand ich auch die bodentiefe Verglasung, insofern bestehen auch für Rollifahrer keine Sichteinschränkungen. Etwas Glück mit dem Wetter gehört allerdings dazu, denn bei Sturm oder Gewitter bleibt die Plattform geschlossen. Aber Petrus zeigt sich nach den vielen Regenschauern heute von seiner besten Seite. Nach dem Verlassen des Gebäudes halten wir uns links und gelangen nun direkt zur neugestalteten Rheinpromenade. Dieser folgen wir rheinaufwärts bis zur Deutzer Brücke, die wir für eine erneute Rheinüberquerung nutzen und treffen im weiteren Verlauf wieder auf das Rheinufer.

Am Rheinufer orientieren wir uns wieder rheinaufwärts und steuern nun einen weiteren Höhepunkt an, das Kölner Schokoladenmuseum. Das Museum wird über eine Drehbrücke erreicht, die bereits am 05.08.1896 eröffnet wurde. Das Kopfsteinpflaster, direkt zu Beginn der Brücke ist allerdings grenzwertig, sehr breite Fugen erfordern entsprechende Aufmerksamkeit.

Die Schokolade wartet schonDas Schokoladenmuseum wurde im Oktober 1993 durch Herrn Hans Imhoff eröffnet und befindet sich bis heute in Privatbesitz. Für den Besuch sollten ca. 1 ½ Stunden eingeplant werden, für Naschkatzen so wie ich, kann es auch durchaus etwas länger dauern. Insgesamt umfasst der Rundgang 15 Stationen, in denen sowohl die Geschichte der Schokolade als auch deren Herstellung sehr anschaulich präsentiert werden. Bei den ersten Stationen dreht sich alles um den Kakaobaum, mit etwas Glück kann man ihn auch im Tropenhaus in voller Blüte betrachten. Spannend empfand ich auch die gläserne Schokoladenfabrik, in der sich der Weg von der Kakaobohne bis zum fertigen Produkt verfolgen lässt. Das Highlight ist dabei der Schokoladenbrunnen, der stets mit 200 kg frischer Schokolade gefüllt ist und zum mehrmaligem Probieren verführt. Ebenso kann auch der Weg von der Schokoladenmasse bis zur fertig verpackten Schokotafel sehr anschaulich verfolgt werden, Probiertäfelchen inklusive. Auch die Herstellung von Hohlfiguren, wie z.B. Osterhasen oder Weihnachtsmänner, je nach Saison, wird demonstriert. Wer mag, kann direkt gegenüber in der Manufaktur eine selbst kreierte Schokoladentafel in Auftrag geben, sozusagen Unikate zum Verschenken oder für den Eigenbedarf.  Im weiteren Verlauf des Rundganges wird ausführlich der Weg in die Industrialisierung dargestellt und endet an einem stilechten Colonialwarenladen des 19.Jahrhunderts. Nach dem Verlassen der Ausstellung besteht noch die Möglichkeit im angegliederten Café mit Blick auf den Rhein eine kleine Pause einzulegen oder etwas „Wegzehrung“ einzukaufen. Insgesamt eine gelungene Präsentation rund um die Schokoladen, zu moderaten Preisen.

Das erste KölschNun ging es wieder weiter am Rhein Richtung Dom. Bevor allerdings das absolute Wahrzeichen – der Kölner Dom – anstand, wurde es langsam Zeit für ein verspätetes Mittagessen. Bei einem Besuch in Köln kommt für eine Mahlzeit meiner Meinung nach, nur ein klassisches Brauhaus in Frage. Ausgewählt habe ich dafür das „Früh am Dom“. Bereits der Empfang war sehr herzlich und das Erinnerungsfoto vor dem Eingang spricht für sich. In typischer Brauhauskultur wird man dort vom Köbes bedient, in einer eher burschikosen, aber immer sehr herzlichen Art und Weise. Klassisch war daher auch meine Menüauswahl, „Hämmchen“ – Eisbein, Sauerkraut und Kartoffelpüree - und dazu natürlich ein frisch gezapftes Kölsch. Reichhaltig, sehr lecker und zu einem fairen Preis. Kann ich nur empfehlen…

Im Kölner DomIm Anschluss folgte das Finale des heutigen Ausfluges, der wohl meist fotografierte Dom der Welt. Es ist immer wieder interessant, welche Bemühungen die Touristen veranstalten, um die Kathedrale vollständig ablichten zu können. Allerdings ist das bei 157 m Höhe auch eine Herausforderung. Bei den zahlreichen Verzierungen ist es nicht weiter erstaunlich, dass es über 600 Jahre gedauert hat, dieses Bauwerk fertigzustellen. Allerdings richtig fertig wird er wohl nie werden, ich habe den Dom noch nie ohne Einrüstung gesehen. Im Inneren angekommen, entfaltet sich die ganze Pracht der großzügigen Bauweise. Zahlreiche Altare sind zu bestaunen und wenn dazu das Sonnenlicht durch die aufwendig gestalteten Kirchenfenster scheint, entwickelt sich ein nahezu andachtsvoller Glanz. Im hinteren Teil des Doms befindet sich der Höhepunkt, der Dreikönigenschrein, das größte und bedeutendste Reliquiar des Mittelalters. Insgesamt äußerst beeindruckend, welche enorme Leistungen die damaligen Künstler und Handwerker vollbracht haben. Für diejenigen, die einen noch tieferen Einblick bekommen möchten, empfehle ich zum Abschluss noch den Besuch der Domschatzkammer. Dort werden nicht nur weitere Schätze, sondern auch ehemalige Figuren und Accessoires aufwendig präsentiert und dies alles vorbildlich barrierefrei. Sehr hilfreich ist der ausliegende Flyer, der sehr informativ zur Orientierung beiträgt.

Anschließend ging es sehr geschichtsbeladen wieder zum Hauptbahnhof, der sich direkt gegenüber vom Dom befindet, auf den Heimweg.

Übrigens… sowohl die Öffnungszeiten als auch die Eintrittspreise sind bei den jeweiligen Links auf der Homepage der Anbieter hinterlegt. Bitte unbedingt vorher informieren. Dabei ist auch zu beachten, dass aktuell das Schokoladenmuseum renoviert wird, gemäß Information ist diese bis zum 20.03.2020 vollständig abgeschlossen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist leider umbaubedingt mit Einschränkungen zu rechnen.

Fazit… insgesamt war es ein kurzweiliger Städtetrip, der in der Neuzeit begann und im Mittelalter endete. Bis auf die zuvor erwähnte Problematik vor der Drehbrücke und partiell vorhandenen Kopfsteinpflaster in der Altstadt ist die Rundreise meines Erachtens einfach zu bewältigen und durchaus zum entspannten „Flanieren“ geeignet.Nachhaltig ist auch die rheinische Mentalität im Gedächtnis haften geblieben, alle Menschen sind mir vorteilsurteilsfrei und hilfsbereit begegnet, dass hat den Ausflug noch zusätzlich positiv abgerundet.

Bis demnächst…

Hans - Jürgen

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