Ich war 26 Jahre alt als ich die Diagnose Multiple Sklerose erhielt

Gepostet von Mareike Lemme, 20.05.2019 13:47:00

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Es war ein normaler Morgen, abgesehen von der Tatsache, dass Lee mit einem seltsamen Kribbeln und Taubheitsgefühl in seiner Hand aufwachte. Als der Tag verging, stieg die Taubheit den Arm hinauf bis zu seiner Schulter.

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Als Bauarbeiter dachte er, es wäre nichts weiter als ein eingeklemmter Nerv und machte sich erst am nächsten Tag Gedanken, als die Taubheit sein Gesicht erreichte, was ihm Angst machte. 

- Ich verstand, dass die Symptome ein Zeichen für etwas Ernstes, wie einen Schlaganfall sein könnten, und mir wurde klar, dass ich ins Krankenhaus musste.

Die Diagnose

Ein Besuch bei den Ärzten beruhigte ihn und bestätigte mehr oder weniger die Theorie des eingeklemmten Nervs, und Lee begann mit Krankengymnastik, um herauszufinden, ob das die Taubheit beseitigen könnte. Als nichts half, ging er wieder zum Arzt , hatte eine weitere Untersuchung und ein MRT. Diesmal bekam er die tatsächliche Antwort auf seine Symptome. Lee hatte Läsionen, zwei in seinem Gehirn und eine in seinem Rückenmark.

Er war 26 Jahre alt und plötzlich wurde MS diagnostiziert. Die Welt brach für Lee zusammen, der bis dato ein aktives Leben mit zwei kleinen Kindern geführt hatte, gerne mit dem Mountainbike fuhr und angeln ging.

- Es war schwer zu verstehen, dass ich an MS litt. Ich habe viel gegoogelt und all diese schrecklichen Geschichten gelesen, die mir nichts nutzten... Ich wurde sehr traurig und deprimiert.

Die Schübe

Lee hatte vier Schübe. Der erste, der zur Diagnose führte. Einen zweiten, der Schwindel verursachte - ein heftiger Schwindel, der die Welt um ihn herum drehen ließ und das Gleichgewicht beeinflusste. Einen dritten, bei dem das Kribbeln, die Taubheit und der Kraftverlust sein Bein erreichten. Und einen vierten, der seine Blase und seinen Darm betraf. Lee hatte ein Problem mit dem Wasserlassen, aber auch Verstopfung und andere Darmprobleme.

- Die Toilettensituation machte mir wirklich Sorgen. Nichts schien zu funktionieren und ich hatte mehr oder weniger aufgegeben. Ich glaubte nicht, dass irgendetwas mir helfen könnte, also gab ich den Gedanken auf, ein Heilmittel zu finden, kämpfte weiter und vermied es, das Haus zu verlassen.

Nach einer Weile überredete Lees Frau ihn, mit seiner MS-Schwester zu sprechen, aber Lee fühlte sich nicht so wohl dabei. Doch er tat es, und die Krankenschwester erkannte, dass seine Blasen- und Darmprobleme möglicherweise etwas mit seiner MS zu tun hatten, und schickte ihn zu einer Urotherapeutin.

Darmmanagement

Nach diversen Tests und Untersuchungen wurde Lee eine Darmtherapie namens Transanale Irigation (TAI) vorgestellt und er bekam neue Hoffnung. TAI hilft, Verstopfung und Inkontinenz zu verhindern und die vorhersagbare Darmfunktion wiederherzustellen. Das System, das er hierfür benutze hatte eine elektronische Steuereinheit. 

- Das System war sehr autodidaktisch - ich brauchte zwei, drei Tage, um mich daran zu gewöhnen. Jetzt entleere ich jeden zweiten Tag meinen Darm und halte meine Darmprobleme für gelöst. Es ist so eine große Erleichterung! Ich fange an, mein Leben wieder auf den richtigen Weg zu bringen, und ich fühle mich sicher genug, um auch wieder das Haus zu verlassen.

Zurück zur Normalität

Lees Harninkontinenz werden bisher mit Medikamenten behandelt. Und jetzt, wo er wieder die Kontrolle über Blase und Darm hat, geht er auch wieder arbeiten. Denn als sein Kollege ihn anrief, ob er an zwei Tagen in der Woche zur Arbeit kommen wolle, war die Antwort einfach.

- Natürlich möchte ich arbeiten. Ich sitze jetzt im Bagger den ich mit Joysticks bediene, anstatt die körperlich anstrengenden Aufgaben auf der Baustelle zu erledigen. Es ist perfekt. Es bringt mich aus dem Haus. Es macht meinen Kopf frei und hält meinen Geist aktiv!

In wenigen Tagen macht er seine erste Reise seit Jahren - mit seiner Frau und den beiden kleinen Töchtern nach Disneyland. Mit dabei ist auch sein System für die Darmentleerung.

- Ich habe einen "Pass" für das Irrigationsgerät erhalten, um zu vermeiden, dass bei der Sicherheitskontrolle zu unnötigen Rückfragen kommt, was ich da in meinem Koffer habe. Es fühlt sich gut an, wieder zu reisen. Es fühlt sich gut an, ein normales Leben zu haben.

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Themen: Inkontinenz, Blasenentleerung, Multiple Sklerose (MS)