Leben mit Stuhlinkontinenz

Gepostet von Mareike Lemme, 05.07.2019 10:30:00

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Für viele Menschen ist das Leben mit einer Darmerkrankung mit einer scheinbar endlosen Suche nach Antworten verbunden. Teilweise kann sich das bisherige Leben grundlegend verändern, da die Betroffenen aufgrund der Symptome stark eingeschränkt sind. Es braucht Zeit und Mut, nach Wegen zu suchen, um die Situation bestmöglich zu bewältigen.

Leben mit Inkontinenz - Frau am Fenster

Wenige Dinge sind so peinlich, als die Kontrolle über den Stuhlgang und/oder Darmgase zu verlieren. Dies kann einen großen Einfluss auf Ihr soziales Leben und Ihr Selbstwertgefühl haben. Viele glauben, dass sie die einzigen sind, die darunter leiden, aber das ist weit von der Wahrheit entfernt!

Verstopfung oder Darminkontinenz sind häufiger als Sie denken. Leider ist es ein Thema, über das noch nicht so offen gesprochen wird, wie es sein sollte. Darminkontinenz tritt in Europa bei über 53 Millionen Menschen auf und ist damit häufiger als viele bekannte Krankheiten wie Asthma oder Diabetes.

Was ist Stuhlinkontinenz?

Stuhlinkontinenz ist ein unfreiwilliger Verlust von festem oder flüssigem Stuhl, Schleim oder Darmgasen. Es ist ein sehr häufiges Problem - neuere Studien berichten, dass mehr als 10% von dieser Erkrankung betroffen sind - und dennoch neigen wir dazu, nicht offen darüber zu sprechen.

Stuhlinkontinenz kann durch viele Dinge verursacht werden. Es kann auf eine Schädigung des Analsphinkters bei einer Geburt oder Operation zurückzuführen sein oder auf eine neurologische Schädigung, chronischen Durchfall oder rektale Missbildungen. Manchmal liegt keine Grunderkrankung für eine Stuhlinkontinenz vor.

Verminderte Lebensqualität

Das Leben mit Stuhlinkontinenz kann enorme Auswirkungen auf Ihr Leben haben. Es ist äußerst peinlich, vor anderen ungewollt Stuhlgang zu verlieren. Menschen, die mit dieser Problematik leben, leiden häufig unter Angstgefühlen, Isolation und Depressionen. Dies kann ihre sozialen Aktivitäten, Arbeitsmöglichkeiten, Reisegewohnheiten und intimen Beziehungen einschränken.

Behandlungsmöglichkeiten

Es ist also nicht verwunderlich, dass die Lebensqualität dieser Menschen abnimmt. Aber selbst wenn die Situation schwierig oder sogar hoffnungslos ist, gibt es effektive Möglichkeiten, um die Symptome zu behandeln. Diese schließen ein:

Ballststoffaufnahme

Die Basisbehandlung besteht darin, eine bessere Stuhlkonsistenz zu erzielen. Entweder durch Ernährungsumstellung oder durch erhöhte / erniedrigte Ballaststoffaufnahme. Sowohl Verstopfung als auch Durchfall können Stuhlinkontinenz verursachen.

Medikation

Chronischer Durchfall ist eine häufige Ursache für unfreiwilligen Stuhlverlust. Möglicherweise benötigen Sie Medikamente, um die Krankheit zu behandeln.

Beckenbodentraining

Manchmal ist eine Stuhlinkontinenz die Folge einer schwachen Beckenbodenmuskulatur. Übungen zur Stärkung dieser wichtigen Muskelgruppe können helfen.

Transanale Irrigation (TAI)

Die transanale Irrigation (TAI) ist eine Technik zur effektiven Darmentleerung. Sie ist ein Prozess, der die Stuhlentleerung aus dem Rektum und dem unteren Bereich des Kolons erleichtert, indem Wasser in den Darm eingeführt wird. Mithilfe der TAI können Verstopfung und Inkontinenz vorgebeugt werden. Darüber hinaus wird eine vorhersehbare Darmfunktion wiederhergestellt. Viele Patienten empfinden die TAI als eine Therapie, die ihr Leben verändert hat.

Behandlung des Analspinkthers

Das Risiko einer Stuhlinkontinenz steigt, bei einer Schädigung der Muskulatur des Analsphinkters. Die Injektion von Mitteln, die sie voluminöser zu machen, oder chirurgische Korrekturen können dazu führen, dass sie besser funktionieren, um einen ungewollten Stuhlverlust zu verhindern.

Sakralnervstimulation

In einigen Fällen kann die Stimulation der Sakralnerven die Darmfunktion verbessern. Dies geschieht über ein Implantat, welches die Nerven stimuliert.

Windeln

Vorlagen und Windeln sind für viele Betroffene eine Lösung, um die Kleidung zu schützen und sich sicher zu fühlen. Für einen Erwachsenen ist es mehr als unangenehm eine Windel tragen zu müssen. Und aufgrund des Geruchs oder von Hautreizungen kann dies nicht akzeptabel sein. Für diese können Analplugs eine Alternative sein.

Wenn es keine anderen Therapieoptionen mehr bestehen, kann ein Kolostoma angelegt werden. Das bedeutet, dass zum Auffangen des Stuhls Kolostomiebeutel getragen werden müssen.

Es kann eine Weile dauern, bis die richtige Lösung gefunden ist, aber das Leben kann sich zum Besseren wenden. Es ist wichtig, dass Sie Ihre Probleme mit Ihrem Arzt oder Ihrer Krankenschwester besprechen, auch wenn es Ihnen peinlich ist. Es gibt Lösungen, um mit Ihrer Stuhlinkontinenz umzugehen und wieder ein unabhängiges Leben zu führen.


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Themen: Inkontinenz, Transanale Irrigation (TAI), Darmmanagement