Mein erstes Date mit Navina

Gepostet von Mareike Lemme, 17.04.2020 12:10:00

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Ihr fragt euch euch jetzt wer oder was ist Navina? Und eure Phantasie nimmt freien Lauf... jeder stellt sich jetzt sein erstes Date vor... und... Oder der ein oder andere fragt sich, jetzt wird hier über Liebe gesprochen? Leider muss ich euch da enttäuschen. Seid aber nicht traurig, interessant wird es auf jeden Fall, versprochen!

Regina Navina Teil1-1

Alles begann damit, dass die Medikamente zum Abführen bei mir nicht mehr richtig halfen. Jeder Reiz um groß zu machen wurde zum Glücksspiel, ob ich jetzt etwas abführen kann oder doch wieder nicht. Jeder Toilettengang wurde zur Qual. Der Reiz reichte nicht mehr richtig aus um wenigstens etwas loszuwerden.

Wie ihr alle bestimmt schon gehört habt, eine Blasenfunktionsstörung bleibt selten alleine. Sehr oft treten eine Blasenfunktionsstörung und eine Mastdarmfunktionsstörung gemeinsam in Erscheinung, sind eventuell nur in ihrer Schwere und Ausprägung unterschiedlich oder nehmen auch mit der Zeit zu. So war es bei mir.

Meine Neurologin verschrieb mir noch ein weiteres Abführmittel, aber das alles half auch nicht und so saß ich wieder bei ihr in der Sprechstunde mit demselben Problem wie zuvor. Sie schrieb mir Klistiere auf und überwies mich in eine Spezialambulanz für Mastdarmfunktionsstörungen auf neurologischer Basis.

Klistiere lösen einen Reiz aus, wodurch nur der untere Teil, des Darmes geleert wird. Ich war jetzt abhängig von Fremden, wenn ich abführen wollte. Der ganze Akt mit Vor- und Nachbereitung nahm den halben Tag in Anspruch und trotzdem ging es mir damit auch nicht viel besser. Immer wieder den Reiz spüren, einen dicken Bauch und super schlechte Laune zu haben war sehr energieraubend. Ist doch auch irgendwie logisch, wenn du nur alle drei Tage gehen sollst und nur den unteren Teil des Darms leerst bleibt dies nicht aus. Die schlechte Laune kam zustande durch den ständigen Reiz den ich verspürt habe.

Dann hatte ich den Termin in der Ambulanz. Nach allen Untersuchungen meinte die Ärztin zu mir ob ich nicht darüber nachgedacht hätte, die transanale Irrigation zu versuchen? Ich glaub ich muss sie sehr verdattert angesehen haben. Ich dachte nur: das auch noch! Wieder etwas Neues. Ich konnte mir darunter auch nichts Genaues vorstellen. Im Gespräch erklärte sie mir, dass es sich um eine Darmspülung mit körperwarmem Wasser handelt.

Als ich wieder zu Hause war stellte sich mir die Frage, wie soll ich das überhaupt machen? Ich kann mir doch mit meinen Einschränkungen in den Händen kein Wasser in den Darm pumpen? Da löse ich doch nur eine Spastik aus! Dann brauche ich doch überhaupt nichts ändern? Das schaffe ich doch nie! Aufgeben wollte ich aber trotzdem nicht.

Auf der Messe Rehacare in Düsseldorf habe ich Navina kennengelernt. Navina unterstützt mich bei der Irrigation. Es ist voll elektrisch und nach meinen Eingaben pumpt es mir das Wasser in den Darm. Ich war hin und weg als ich das sah. Da ich so wirklich alles selbstständig und alleine machen kann. Ich war so begeistert, dass ich mir alles von meiner Ärztin habe verschreiben lassen und machte einen Termin für meine Anleitung aus. 

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Ich konnte es kaum abwarten es endlich auszuprobieren. Ich machte mir schon Gedanken. Wie es wohl sein wird?  Schaffe ich es überhaupt den Analkatheter einzuführen ohne von der Toilette zu fallen? Wie wird es wohl sein, selbstständig einen natürlichen Reiz auszulösen? Und was sagt die Spastik dazu? Fragen über Fragen schossen mir in den Kopf und auch Ängste machten sich breit.

Dann war es so weit. Eine liebe Mitarbeiterin von Wellspect kam zu mir nach Hause.  Sie stellte mir Fragen zur Ernährung, zur Trinkmenge und erklärte mir alles. Für jeden von uns ist es sehr wichtig genug zu trinken, alleine um Blasenentzündungen vorzubeugen und für eine gute Darmfunktion. Da durch eine zu geringe Trinkmenge Wasser im Körper fehlt nimmt sich der Darm etwas von dem Wasser, was du gerade hineingepumpt hast und es fehlt dann für das Auslösen des Reizes. Das fehlende Wasser hat auch Einfluss auf unseren Stuhl. Er wird so zu fest, so dass das Abführen schwerer ist. Eine ballaststoffreiche Ernährung ist wichtig für die Darmbewegung, dass er nicht noch träger wird als er eh schon ist, durch das ständige Sitzen und der mangelnden Bewegung.

Sie erklärte mir das Gerät, schraubt die Schläuche an und dann ging es ins Bad. Im Bad setze ich mich auf die Toilette und wir probierten unterschiedliche Alternativen für das Gerät aus um es zu befestigen. Für mich kam gut die Beinalternative infrage. Dabei bindest du dir das Gerät um das Bein. Die Alternative für das Gerät suchst du danach, wie du die meiste Bewegungsfreiheit hast und wie du dich wohl fühlst. Also gut, das schon mal geschafft.

Die Wellspect Mitarbeiterin mischte mir danach das Wasser für die Irrigation. Es sollte Körpertemperatur, also zwischen 36-38 Grad Celsius, haben. Ich war sehr aufgeregt. Ob ich es wirklich schaffe den Katheter einzuführen? Ob mein Darm mitspielt?

Dann war es endlich soweit. Sie brachte mir das Wasser zur Toilette, schraubten den Schlauch an und wir machten das Gerät bereit für meine erste selbstständige Irrigation. Ich führte dann den Katheter ein und blies den Ballon auf. Der Ballon ist dafür wichtig, dass der Katheter nicht wieder aus dem Darm herausrutscht.

Ich instillierte das Wasser und ich wartete auf das, was passieren sollte. In der Zeit als ich wartete hatte ich die wildesten Gedanken gemischt mit Ängsten und Unbehagen. Wenn es nicht klappt? Was ist dann mit dem Wasser im Darm? Wir warteten über 30 Minuten. Als nichts passierte meinte die Mitarbeiterinnen von Wellspect, dass wir eine zweite Irrigation machen sollten. Mir wurde ganz anders. Noch mehr Wasser in den Darm? Wo soll das denn hin? Aber dann… Ich glaubte nicht was dann passierte? Es entstand ein Reiz und ich führte ab. Ich war glücklich, den Darm wieder richtig entleert zu haben.

Wir machten alles wieder sauber und die Mitarbeiterin meinte, dass das jetzt meine neue Art wäre abzuführen und dass ich das jetzt für 14 Tage jeden Tag machen soll, so dass der Darm sich daran gewöhnt. Irgendwie stand das Wort Panik mir ins Gesicht geschrieben! Ich sollte morgen das alles alleine ohne unterstützende und wissende Hand durchführen? Es war alles so fremd und neu. Es ist doch nicht so wie das katheterisieren? Das war einfacher. Nichts war technisch oder mit irgendwelchen Vorbereitungen verbunden. Was ist wenn ich nicht alles behalten habe? Und was ist, wenn ich irgendetwas Wichtiges überhört oder sogar vielleicht vergessen habe? Nun gut! Dann sagte ich zu mir, ich habe das andere auch geschafft, dann schaffe ich das auch.

Wir verabschiedeten uns und die Mitarbeiterin von Wellspect sagte noch zu mir, dass wenn ich irgendwelche Probleme hätte, könnte ich mich jeder Zeit bei ihr melden. Als sie das zu mir sagte war ich etwas beruhigter als davor, aber ein Rest meiner Ängste blieb trotzdem bestehen.

Beim nächsten Mal erzähle ich euch wie es war, alleine und ohne Hilfe zu irrigieren und ob mich meine Sorgen und Ängste daran gehindert haben. Wie ich wohl zurechtgekommen bin?

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Themen: Transanale Irrigation (TAI), Mutmachgeschichten, Multiple Sklerose (MS)