Mit dem Rollstuhl unterwegs am Rhein zwischen Bonn-Beul und Königswinter

Gepostet von Hans-Jürgen Rohe, 20.08.2019 09:00:00

Hallo!

Wer mich noch nicht kennt, ich bin Hans-Jürgen und bei mir wurde Borreliose diagnostiziert. Deshalb sitze ich im Rollstuhl, was mich aber nicht davon abhält, mein Leben zu genießen und öfters mal den einen oder anderen Ausflug zu machen. Ich würde euch gerne an meinen Aktivitäten teilhaben lassen, euch motivieren, es mir nachzumachen und euch ein paar Tipps geben. Denn manchmal bedarf es nur „einem K(l)ick“, um mutiger mit der Krankheit umzugehen und das Leben wieder etwas positiver zu sehen.

Kommt heute mit auf meinen Ausflug zwischen Bonn-Beuel und Königswinter…

Hans-Jürgen am Rhein

Rheinufer

Durch das das schöne Wetter angeregt, habe ich mich kurzfristig entschlossen mit dem Rolli auf Tour zu gehen. Diesmal habe ich eine Strecke am Rhein ausgewählt, von Bonn- Beuel nach Königswinter. Ich bin diesmal die Etappe mit Aktivantrieb gefahren, aber auch mit manuellen Rädern ist die Strecke problemlos zu schaffen.

Promenade am RheinGestartet bin ich an der Haltestelle Bonn Konrad-Adenauer-Platz, welche mit dem ÖPNV problemlos zu erreichen ist. Von dort gelangt man nach 450m an das Rheinufer. Die Etappe ist ca. 12 km lang, fast durchgängig eben und komplett asphaltiert bzw. gepflastert. Die Strecke führt nahezu ausschließlich durch eine grüne Landschaft und wird nur selten von seitlicher Bebauung unterbrochen. Während der Ferienzeit ist die Strecke weniger frequentiert, was das Fahren angenehm macht. Dazu sind bis auf wenige Ausnahmen die Wege für Radfahrer und Fußgänger getrennt, auch das trägt zum entspannten Rollen bei. Ich habe für die Tour eine reine Rollzeit von 2:19 h benötigt, vergleichbar mit einer zügigen Wanderung. Die dabei absolvierten 177 hm sind auch für ungeübte Rollifahrer einfach zu bewältigen.

Eiscafe Bruno KönigswinterEntlang der Strecke gibt es für jeden Geschmack und jedes Budget zahlreiche Einkehrmöglichkeiten. Hervorzuheben ist dabei das Restaurant Rheinalm, unmittelbar am Hotel Kameha Bonn gelegen. Das Restaurant ist komplett barrierefrei, und man wird  auf der Terrasse mit einem herrlichen Blick auf den Rhein belohnt. Unmittelbar am Stadtrand von Königswinter befindet sich das Café Berzen, welches ebenfalls mit einer behindertengerechten Toilette ausgestattet ist. Für Eisliebhaber empfiehlt sich das Eiscafé Bruno, direkt am Aufgang zur Fußgängerzone nach Königswinter gelegen, meiner Meinung nach das beste Eis im Umkreis.

In Königswinter befindet sich die direkt am Rhein die barrierefreie Haltestelle "Königswinter Fähre“. Von hier ist möglich, wieder entspannt zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Alternativ besteht auch die Möglichkeit mit der Fähre den Rhein zu überqueren und auf der gegenüberliegenden Seite wieder nach Bonn zurück zu rollen. Doch dazu später mehr in einem anderen Beitrag von mir.

Übrigens…

Vor dem Start jeder Tour habe ich mir angewöhnt, den Rollstuhl einer Sichtprüfung zu unterziehen, um ungewollten Überraschungen vorzubeugen. Für manchen mag es selbstverständlich sein, ich erlebe es jedoch immer wieder, dass z.B. ein zu geringer Reifendruck oder verschmutzte Kugellager an den Lenkrädern, das Fortkommen deutlich erschweren. Darüber hinaus sollte immer ein kleines „Notfallpaket“ an Bord sein, bestehend aus

  • einer kleinen Pflastersammlung und Betaisodona, falls es unterwegs zu einer Verletzung an den Händen kommt
  • Feuchttücher und Desinfektionsgel, um zwischendurch die Hände mal reinigen zu können
  • sowie Katheter auf Vorrat. An alle LoFric Katheter lässt sich übrigens ein Urinauffangbeutel anschließen oder verwenden Sie für unterwegs LoFric Hydro-Kit, ein komplettsystem mit integriertem Beutel.

Bis zum nächsten Mal…

Hans - Jürgen

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Themen: Anwenderstory, Wellspect, Alltag