Das Risiko einen Harnwegsinfekt (HWI) zu bekommen liegt bei Patienten mit einer Rückenmarkverletzung bei 96%. Wie kann das Risiko vermindert werden?

Gepostet von Mareike Lemme, 09.03.2020 13:55:42

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Dies ist die erste, in Nepal durchgeführte, Studie, die sich damit beschäftigt, die Rate intermittierender Katheterisierungen (ISK) nach einem Rehabilitationsprogramm bei Personen mit Rückenmarksverletzungen zu ermitteln.

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Die Ergebnisse zeigen, dass die Studienteilnehmer Schwierigkeiten bei der richtigen ISK-Technik und der Fortführung der Therapie haben. Daher muss die Aufklärung von Patienten und Pflegepersonal verbessert werden, um die kontinuierliche Versorgung von Menschen mit Rückenmarkverletzung durch intermittierende Katheterisierung aufrechtzuerhalten. 52% der Teilnehmer gaben an, zwei- bis dreimal im Jahr an einer Harnwegsinfektion zu leiden.

Ziel dieser Studie war es, bestehende Verfahren zur intermittierenden Katheterisierung und damit verbundene Barrieren bei Menschen mit Rückenmarksverletzungen zu identifizieren, die in fünf Distrikten Nepals leben. Insgesamt 78 Personen mit Rückenmarksverletzung wurden in diese deskriptive Querschnittsstudie einbezogen. Die Ergebnisse zeigten z.B. dass 96% Katheter wiederverwendeten, manchmal bis zu einem Jahr. Mehr als die Hälfte (52%) der Teilnehmer berichteten zwei- bis dreimal im Jahr an einer Harnwegsinfektion zu leiden. Es wurde jedoch auch angegeben, dass nur wenige Befragte sich beim Auftreten neuer Symptome auch behandeln lassen.

Die Häufigkeit der Katheterisierung, die Art des verwendeten Katheters, die Dauer der Wiederverwendung sowie die Reinigungs- und Lagertechniken waren unterschiedlich. Häufig wahrgenommene Einschränkungen waren die Unzugänglichkeit von Toiletten (73%) und Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Versorgungsgütern (72%).

In dieser Studie stellten wir fest, dass die derzeitige Anleitung von ISK-Patienten in einem Rehabilitationsprogramm für die intermittierende Katheterisierung unzureichend ist. Häufige Probleme wie Infektionen werden nicht gut angegangen, und die Anleitung sollte zusammen mit einem wirksamen Bewertungs- und Nachsorgestrategiensystem standardisiert werden, um die Kontinuität der Versorgung aufrechtzuerhalten.

Sowohl Regierungs- als auch Nichtregierungsorganisationen könnten Programme zur langfristigen Umgestaltung von Unterkunft und Arbeitsplatz einleiten, um Menschen mit Rückenmarksverletzungen ein erfolgreiches Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen und die Verfügbarkeit und ständige institutionelle Versorgung mit den für eine intermittierende Katheterisierung erforderlichen Gegenständen zu erhöhen. Diese Studie soll das Bewusstsein der Angehörigen der Gesundheitsberufe in den Gemeinden Nepals für die Praxis der intermittierenden Katheterisierung und ihre Barrieren stärken.

Dies ist die erste Studie, die in Nepal durchgeführt wurde, um die Situation zu veranschaulichen. Sie wurde durch ein Stipendium von Wellspect Healthcare unterstützt.

Lesen Sie hier die Studienzusammenfassung  "ISK-Therapie in Nepal"

Themen: Science Alert, Intermittierende Selbstkatheterisierung (ISK)