Streifzug durch das "Goldene Mainz" - nicht nur für Rollifahrer

Gepostet von Hans-Jürgen Rohe, 01.10.2019 09:57:34

Für den heutigen Ausflug habe ich mich spontan für das „Goldene Mainz“ entschieden. Nicht nur zur Karnevalszeit ist diese Stadt mit ihren vielen gut erhaltenen Gebäuden einen Ausflug wert. Folgt mir nun auf einen Streifzug zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten in Mainz. Ich habe mich übrigens bewusst für einen Sonntag entschieden, dann ist die Stadt nicht so frequentiert und bietet freiere Blicke auf die „Highlights“, die ich Euch im weiteren Verlauf näher vorstellen möchte.Hommage an die Mainzelmännchen

Ausgangpunkt ist diesmal der Mainzer Hauptbahnhof, der mit dem ÖPNV aus vielen Richtungen einfach zu erreichen ist. Da die Nutzung der Aufzüge zum Verlassen des Bahnhofes zwingend erforderlich ist, empfiehlt es sich im Vorfeld den einwandfreien Betrieb zu überprüfen. Als sehr hilfreich hat sich dabei die App „DB Barrierefrei“ erwiesen, die auf gängigen Systemen installiert werden kann. Als weitere Quelle empfehle ich die Webseite der Stadt Mainz (www.mainz.de)  diese ist vorbildlich gestaltet und bietet Informationen über Behindertentoiletten, usw.

Der FastnachtsbrunnenUnmittelbar nach dem Verlassen des Bahnhofes orientieren wir uns erstmal kurz geradeaus und biegen dann rechts in die Bahnhofstraße Richtung Innenstadt ab. Wir folgen dieser Straße und treffen nach ca. 400 Metern auf das erste historische Bauwerk, dem Proviantmagazin der Festung Mainz. Dieses Gebäude gehört zu den wenigen Bauwerken, die die Luftangriffe auf Mainz nahezu unbeschadet überstanden haben. Im weiteren Verlauf dieser Straße gelangen wir zum Schillerplatz. Hier dominiert der zwischen 1747 und 1752 erbaute Osteiner Hof mit seiner imposanten Fassade. Direkt gegenüber finden wir die „jüngste Sehenswürdigkeit“ den Fastnachtsbrunnen, ein Symbol für die närrische Jahreszeit. Dieser Brunnen ist mit mehr als 200 Figuren versehen, die alle einen Bezug zur Mainzer Geschichte aufweisen. Ebenfalls finden wir an diesem Platz auch die Statue des Gardetrommlers, eine Stiftung der Mainzer Prinzengarde - sehr nett anzusehen. Das darüber hinaus der Humor auch nicht zu kurz kommt, zeigen die Fußgängerampeln, deren Anzeigen zum großen Teil mit Mainzelmännchenfiguren ausgestattet sind.

Blick auf den DomWir biegen nun in die Ludwigstraße ein und orientieren uns in Richtung Dom. Kurz vor dem Erreichen des Domes empfiehlt es sich einen kleinen Abstecher links in die Schöfferstraße zu tätigen, um einen Blick auf die Alte Universität und der nicht weit davon entfernten Kirche St. Quintin mit ihrem rotfarbenen Anstrich zu werfen.

Wir kehren wieder zum Marktplatz zurück und nehmen uns etwas Zeit, um die Sehenswürdigkeiten am Marktplatz näher in Augenschein zu nehmen. Dabei fällt zuerst die Statue von Johannes Gutenberg, dem Erfinder des modernen Buchdrucks ins Auge. Unmittelbar vor dem Dom befindet sich auch das Denkmal des St. Bonifatius, der Mitte des 8. Jahrhunderts in Mainz als Bischof wirkte.

Kurz danach setzt sich der Dom markant in Szene, hier lohnt sich absolut ein Blick ins Innere, welcher auch für Rollstuhlfahrer problemlos möglich ist. Sofern auf die Messezeiten Rücksicht genommen wird, kann der Dom vollständig besichtigt werden. Auch die seitlichen Kreuzgänge und der Blick in den Klostergarten repräsentieren sehr eindrucksvoll die Baukunst der damaligen Zeit. Ich habe die kurze Zeit der Besinnung im Dom sehr genossen. In Blickweite befinden sich darüber hinaus der historische Marktbrunnen sowie das Gutenberg-Museum, eines der ältesten Druck- und Schriftmuseen der Welt sowie der Höfchenbrunnen.

Am Kirschgarten 2-1Nach so viel kulturhistorischen Eindrücken flanieren wir entspannt durch die hinter dem Dom beginnende Augustinerstraße. In diesem unter Denkmalschutz stehendem Straßenzug reihen sich wunderschöne Fassaden aneinander. Darüber hinaus lohnt sich immer wieder ein kurzer Schlenker in die Seitenstraßen, wie z.B. dem Kirschgarten. Für Liebhaber von Fachwerkwerkbauten ein absoluter Genuss. Kurz vor dem Ende der Augustinerstraße besteht die Möglichkeit über den Hopfengarten und die Windmühlenstraße den Aufstieg zu der auf dem Jakobsberg gelegenen Zitadelle zu wagen. Aufgrund des relativ steilen Anstieges und dem grob verlegten Kopfsteinpflaster im Innenraum der Festung ist der Besuch für Rollstuhlfahrer meines Erachtens nur mit Antrieben oder in Begleitung zu meistern. Belohnt wird diese Anstrengung allerdings mit einem großartigen Blick über Mainz. In diesem Terrain ist auch das Restaurant „Citadelle“ ansässig. Hier kann man zu moderaten Preisen genussvoll eine Pause einlegen.

Je nachdem welche Entscheidung getroffen wurde, kehren wir wieder zur Augustinerstraße zurück und setzen die Sightseeingtour fort. Ich habe diesmal beim italienischen Restaurant „Da Vito“ eine Pause eingelegt. Das Essen war sehr lecker, das Personal sehr zuvorkommend und das zu zivilen Preisen. Von dort ist der Holzturm, ein mittelalterlicher Stadtturm, bereits zu erkennen. Hier biegen wir links in die Rheinstraße ein, der wir bis zur Spielbank Mainz folgen, dabei passieren wir auch auf der rechten Seite das Rathaus von Mainz, welches aufgrund der Fassadengestaltung von den Einheimischen scherzhaft „Beamtengefängnis“ genannt wird.

Theodor - Heuss - BrückeKurz danach gelangen wir zu St. Christoph. Die Ruine ist heute ein Kriegsmahnmal und erinnert an die Zerstörung der Stadt am 27.02.1945. Alsdann bewegen wir uns wieder Richtung Rhein und orientieren uns rheinabwärts entlang der Rheinpromenade. Nach der Unterquerung der Theodor-Heuss-Brücke taucht bald das in Rot gehaltene Kurfürstliche Schloss auf, die ehemalige Residenz der Mainzer Erzbischöfe. Mit dem vorgelagerten „Schloss Thor“ schon ein eindrucksvoller Blickfang mit sehr großzügigen Dimensionen.

Beim Umrunden des Schlosses rückt das letzte Monument meiner Stadterkundung in den Focus. Es handelt sich dabei um die Christuskirche, deren mächtige 80 Meter hohe Kuppel weithin sichtbar ist. Dieses war die letzte Sehenswürdigkeit, die ich euch vorstellen wollte. Von der Kirche gelangen wir über die Kaiserstraße wieder zum Ausgangspunkt unserer Stadterkundung, dem Mainzer Hauptbahnhof.

Die Tour bleibt mir in guter Erinnerung, die Stadt ist sehr gepflegt und die Menschen sind sehr hilfsbereit. Im Gegensatz zu manch anderen Städten legt man hier noch Wert auf die Erhaltung des historischen Stadtbildes, wenngleich auch das in vielen Bereichen verlegte Kopfsteinpflaster das Vorankommen etwas bremst. Einen Besuch kann ich dennoch sehr empfehlen…

Übrigens... i

mmer mehr öffentliche Behinderten-WCs sind mit einer einheitlichen Schließanlage ausgerüstet, mit dem sogenannten Euroschlüssel. Wenn man öfters auf Reisen ist, lohnt sich die Anschaffung des Schlüssels, sofern er sich nicht längst in eurem Besitz befindet. Erwerben können den Euroschlüssels behinderte Personen, die in Ihrem Schwerbehindertenausweis das Merkzeichen aG, B, H oder BL eingetragen haben oder das Merkzeichen G und der GdB ab 70 und aufwärts enthalten ist. Derzeit betragen die Kosten für einen Euroschlüssel 23,00 €. 

Bestellen könnt Ihr den Schlüssel bei: 

CBF Darmstadt e.V., 

Pallaswiesenstraße 123a, 

64293 Darmstadt. 

Telefon (061 51) 81220. 

www.cbf-da.de

Bis zum nächsten Mal…

Hans-Jürgen

Hier geht es zu meinem Reisebericht aus Münster

 

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