Was Rolli-Fahrer in der Pandemie-Zeit beachten sollten

Gepostet von Mareike Lemme, 26.03.2021 08:30:00

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Wenn Sie einen Rollstuhl fahren oder schieben oder andere Arten von Hilfsmitteln verwenden, gibt es besondere Vorsichtsmaßnahmen, die Sie beachten sollten. COVID-19 kann auf den Oberflächen Ihres Rollstuhls oder anderen Hilfsmitteln haften, mit denen Sie häufig in Kontakt kommen, z. B. auf den Greifreifen. Jeglicher Virus, der sich auf Ihren Händen befinden könnte, wird beim Schieben des Rollstuhls auf die Greifreifen übertragen und natürlich umgekehrt.

Rollstuhlfahrer

Waschen Sie sich häufig die Hände

Sicher ist es allen bekannt, man kann nur immer wieder darauf hinweisen, es ist sehr wichtig, sich
die Hände zu waschen. Waschen Sie Ihre Hände mindestens zehn Sekunden lang mit Seife und/
oder verwenden Sie ein Händedesinfektionsmittel auf Alkoholbasis mit mehr als 60% Alkoholgehalt,
wenn Sie von einer Aktivität nach Hause zurückkehren, bei der Sie sich an Orten aufgehalten haben, an denen andere Personen gewesen sind. Das Verwenden einer Nagelbürste ist eine gute zusätzliche Maßnahme.

Da die Hände des Fahrers immer die Greifreifen am Rollstuhl berühren, welche nicht weit entfernt vom Reifen liegen, ist immer Vorsicht geboten. Sie können antibakterielle Feuchttücher benutzen, um Hände und Greifräder zu reinigen. Wenn Sie die Reifen berühren, kommen Sie mit alldem in Kontakt, was am Reifen haften bleibt.

Sie sollten den Rolli häufig reinigen

Natürlich ist es genauso, wie das Waschen der Hände wichtig, die Oberflächen Ihres Rollstuhls zu reinigen. Alle festen Oberflächen, die Sie oder andere berühren, können möglicherweise Viren enthalten. Auch hier helfen antibakterielle Tücher oder Desinfektion-Sprays. Sie können aber auch unter zur Hilfenahme antibakterieller Seife befeuchtete Lappen verwenden, um die Greifreifen zu reinigen. Dies soweit, bis mindestens eine Umdrehung des Rades abgewischt ist, besser sind zwei Umdrehungen. Sie können sich von jemandem langsam schieben lassen, um es sich zu erleichtern. Die gleiche Technik können Sie für die Reinigung Ihrer Räder anwenden, natürlich mit anderen Tüchern, als denen, die Sie für die Greifreifen verwenden. Wischen Sie auch die anderen Oberflächen ab, die Sie regelmäßig an Ihrem Rollstuhl berühren. Dazu gehören die Bremsen und der Sitzkissenbezug.

Wenn Sie Armstützen, Schiebegriffe oder abnehmbare Fußstützen haben, sollten diese ebenfalls gereinigt werden. Wenn Sie einen Elektrorollstuhl benutzen, desinfizieren Sie Ihren Bedienungshebel und die Bedienelemente und alles andere, was Sie regelmäßig an Ihrem Stuhl berühren. Denken Sie daran, dass viele Kunststoffe schlecht auf ein bleichmittelhaltiges Reinigungsmittel reagieren könnten.

Wenn Sie Ihre Hände mit Desinfektionsmitteln oder Feuchttüchern waschen, bevor Sie in Ihren
Rollstuhl steigen, kann es hilfreich sein, wenn jemand anderes Ihre Reifen und Greifreifen reinigt,
während Sie den Rollstuhl nicht benutzen. Sinnvoll ist auch, Haltegriffe und Oberflächen zu reinigen, mit denen Sie regelmäßig in Berührung kommen, z. B. beim Setzen in den Rollstuhl und Aussteigen. Wenn Sie Ihren Rollstuhl oder die Hilfsmittel nach dem Händewaschen nicht reinigen, infizieren Sie Ihre Hände ggf. erneut mit dem Virus, der sich auf den Greifreifen oder anderen Oberflächen, die Sie berühren, befinden könnte. Für den Fall, dass Sie während des Reinigungsprozesses einen Teil Ihres ungereinigten Rollstuhls oder Ihres Hilfsmittels berührt haben, könnte es eine gute Idee sein, sich danach erneut die Hände zu waschen.

Soziale Distanz

Hinzu kommt das Thema der sozialen Distanzierung. Da Rollstuhlfahrer tendenziell tiefer sitzen
als die meisten Menschen die stehen, können sie eine höhere Exposition gegenüber Speicheltröpfchen erfahren. Viele Mediziner haben empfohlen, einen Mindestabstand von zwei Metern zu ihren Mitmenschen einzuhalten, um dieses Risiko zu mindern. Natürlich dabei auch immer an eine Gesichtsmaske denken, um eine Tröpfcheninfektion zu vermeiden. Sollte keine medizinische Gesichtsmaske zur Hand sein, tut es provisorisch auch ein Schal oder Halstuch. Das ist nicht die Optimallösung, ist aber auf jeden Fall besser, als ganz ohne Gesichtsschutz. Ein weiterer Vorteil: ein Gesichtsschutz verhindert das infektiöse Berühren im Bereich des Gesichts oder schränkt dieses zumindest erheblich ein. Es ist wichtig, den Kontakt von Hand zu Gesicht so weit wie möglich einzuschränken.

Wir haben eine Verantwortung uns selbst und anderen Menschen gegenüber, in Übereinstimmung
mit den medizinischen Empfehlungen zu handeln, um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. Wenn wir diese Vorschläge befolgen, können wir alle, auch als Rollstuhlfahrer, dazu beitragen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen und eine gesündere Umgebung für uns selbst zu schaffen und für diejenigen, mit denen wir in Kontakt kommen. Wir hoffen, dass Ihnen diese Hinweise und Ratschläge von Nutzen sind. Aktuell befinden wir uns in einer besonderen Situation, die besonderer Handlungsweisen bedarf. Sicher ist manches aufwendiger und erfordert mehr Zeit als Sie es vor der Pandemie gewohnt waren. Aber es lohnt sich, denn Sie schützen sich und Ihre Mitmenschen.

Eine angemessene und sorgfältige Hygiene bedeutet gerade für Menschen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, viel; es kann Leben davon abhängen, dies sollten Sie sich immer wieder ins Bewusstsein rufen.

Zusammenfassung 

1. Waschen Sie sich häufig die Hände und wischen Sie sie kurz vor und nach dem Essen mit antibakteriellen Tüchern ab.
2. Wischen Sie Ihren Rollstuhl (insbesondere Greifreifen, Reifen und Bedienelemente) oder andere Hilfsmittel mit einem desinfizierten Tuch oder einem antibakteriellen Wischtuch ab.
3. Halten Sie bei sozialen Interaktionen einen Mindestabstand von 2 Metern zu anderen Personen ein und überlegen Sie sich die Vorteile des Gebrauchs einer Gesichtsmaske, sei es eine medizinische oder eine andere Maske.

Wir bedanken uns bei unserem Partner, der ASBH, für diesen Artikel.

Themen: Wellspect